Ehemalige Michaelskirche auf dem heutigen Friedhof
Die hoch über dem Ort gelegene Michaelskirche ist seit 1143 als Filiale der Pfarrei Kaimt, später als solche der dem Kloster Springiersbach inkorporierten Pfarrei Zell bezeugt. Erwähnt wird 1481 ein Kreuzaltar mit der Michaelsbruderschaft. Die Abtrennung von Zell und die Erhebung zu einer selbständigen Pfarrei wurde 1792 genehmigt. Die auf dem jetzigen Friedhof gelegene Kirche bestand aus einem schmäleren, ebenso überwölbten Chor. Nachdem zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Klosterkirche zur Pfarrkirche erhoben worden war, wurde die Michaelskirche vernachlässigt und 1823 bis auf den Turm abgebrochen. Der noch stehende Ostturm, nach oben verjüngt, ist durch drei Gurtgesimse gegliedert und mit einfachen Rundbogenfenstern versehen. Er gehört noch dem älteren Typ der romanischen Kirchtürme des Trierer Landes an und stammt aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts. Der das Ortsbild beherrschende Turm ist einer der schönsten romanischen Kirchtürme des Moseltals.
Ein an der Ostseite des Turmes angebrachter Stein aus der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts (heute in der Pfarrkirche) stellt zweifellos die älteste nachrömische Steinplastik im Kreis Cochem-Zell dar und dürfte eine einzigartige Lösung für das Fenster hinter dem Altarplatz gewesen sein. Er besitzt Kreuzform, ist außen durch ein Tauprofil gerahmt und zeigt in den vier Ecken Reliefs der Evangelistensymbole mit Spruchbändern.
