Vom 24.Februar bis zum 6.März 2008 hielt sich eine 33-köpfige Pilgergruppe aus ev. und kath. Christen der Zeller Gemeinden in Israel auf, um sich im Hl. Land unter kompetenter Führung, an den verschiedensten Orten der alt- und neutestamentlichen Geschehnisse zu erinnern bzw. sich als ökumenische Gruppe im Glauben zu erneuern. Auch weltlichere Ziele standen auf dem Programm, darunter Petra in Jordanien, die Nabatäerstadt des UNESCO-Welterbes. Unter äußerst ungünstigen Wetterbedingungen schlugen wir uns durch die atemberaubende Felsenschlucht bis zum Schatzhaus “Khazneh-al-Firaun” durch. Im Timna-Tal besuchten wir den Archäologischen Park, wo einst die Ägypter Kupferminen betrieben, anschliessend beeindruckte uns Ramon, der grösste Erosions-Krater in der Negev-Wüste. In der zugigen Nordkirche der nabatäisch-byzantinischen Stadt Avdat feierten wir einen ökumenischen Wortgottesdienst. Gleiches taten wir tags darauf in einer riesigen Zisterne auf der Bergfestung Herodes’ des Grossen Massada. Nach einem Bad im Toten Meer setzten wir unsere Besichtigungen in Qumran fort. Am See Genezareth im Kibbuz-Hotel En Gev schlugen wir unser Lager auf. Von dort starteten wir unsre Besuche am Berg der Seligpreisungen, in Tabgha, Capernaum, auf die Golanhöhen, nach Safed, fuhren mit einem Boot über den See Genezareth nach Tiberias, wanderten zu den Quellen des Jordan, verschafften uns einen Eindruck des Lebens in der antiken Stadt Caesarea Philippi, gelegen im heutigen Banyas-Gebiet am Fusse des Hermon-Berges. Auf dem Berg Tabor gedachten wir der Verklärung Christi, in Kana erlebten wir eine Hochzeitsfeier, in Nazareth besuchten wir die Verkündigungs- und die Josephskirche.
Nächste Stationen waren Meggido – mit dem biblischen Armageddon gleichgesetzt, dann Akko, Hafen- und Kreuzfahrerstadt mit Karawanserei und Rittersälen, in denen ein Lilienwappen an den Aufenthalt Ludwigs VII. erinnert.
Nach Caesarea Maritima, Haifa über Jaffa erreichten wir Jerusalem. Noch am Abend unserer Ankunft sogen wir die Atmosphäre an der westlichen Mauer, der „Klagemauer“, ein. Tags darauf erlebten wir die Altstadt von Jerusalem auf der Via Dolorosa, nachdem wir bereits vom Ölberg, in der Kirche „Dominus Flevit“ einen Blick auf die Stadt erhascht hatten.
An der Grabeskirche entstand unser Gruppenbild, das vom besten Einvernehmen der ganzen Gruppe zeugt. Selbstredend standen Felsendom, Zionsberg mit Adendmahlsaal und Dormitio-Abtei ebenfalls auf dem Besichtigungsprogramm. Im Israelmuseum im Schrein des Buches begegneten wir wieder jenen Schriften, die damals in den Qumran-Höhlen gefunden wurden. Am Modell der Stadt Jerusalem verschafften wir uns einen Überblick über ihre Entstehung und über das, was heute noch davon zu erkennen ist.
Nach der Besichtigung der Chagall-Fenster in der Synagoge des Hassadah-Hospitals fuhren wir nach En Karem, dem Geburtsort Johannes des Täufers. Nächstes Ziel war Yad Vashem, dem erschütternden Denkmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden.
In Bethlehem (West Bank) in der Geburtskirche trafen wir auf zahllose Pilgergruppen, die wie wir in die Geburtsgrotte hinabstiegen. In dem Kirchlein auf dem Hirtenfeld stimmten wir „Stille Nacht“ an, das Weihnachtslied, das in der ganzen Welt gesungen wird. Deshalb sangen die zufällig gerade anwesenden Kanadier und Malaysier mit uns – jeder in seiner Sprache. Es bleibt dies einer der wohl bewegendsten Momente unseres Aufenthaltes im Hl. Land.
Nach einer Station (mit ökumenischem Wortgottesdienst) in einer anderen Kreuzfahrerkirche in Abu Gosh, seiner Quelle wegen für das biblische Emmaus gehalten, wurde es Zeit, nach Tel Aviv zum Flughafen zu fahren.
Abschließend bleibt zu unterstreichen, dass Solidarität, gegenseitiger Respekt und Rücksicht sowie Ökumene innerhalb der Gruppe als Selbstverständlichkeit gelebt wurden, was sicherlich als ein wesentliches Element zu werten ist, das neben der wohl durchdachten Organisation des Reisebüros „Arche Noah Reisen“ zum guten Gelingen der ganzen Reise beigetragen hat.
Danielle LUDWIG

