Marienkapelle an der Autobrücke
In der Zeller Zeitung v. 24. August 1912 wird berichtet, dass der Zeller Kaplan Matthias Deborre von Ostern 1907 bis August 1912 in der Pfarrgemeinde segensreich gewirkt habe. Bei seiner Verabschiedung wurde ihm besonders dafür gedankt, dass er sich für einen Neubau der kleinen Kapelle an der Hunsrückstraße, wo die Chaussee nach Briedel abzweigt, eingesetzt habe. Auch der blühende Jünglingsverein Zell verdanke ihm seine Förderung und Opferfreude. Ein Hinweis auf diesen Jünglingsverein findet sich im linken Chorfenster der Kapelle, hier halten sich zwei Hände.
Des weiteren berichtet die Zeller Zeitung vom 6. Mai 1919 von einer großen Einweihungsfeier der Marienkapelle draußen an der Provinzialstraße. Am ersten Sonntag im Mai, nachmittags um 18.oo Uhr hatten sich die Vereine, Kongregationen und zahlreiche Katholiken an der Kapelle zur Einweihung eingefunden. Sie wurde für diesen Anlass mit Girlanden und frischen Tannengrün geschmückt. Der Kirchenchor eröffnete die Feier. Pastor Wolter hielt auf der Treppe eine Ansprache, in der er allen dankte, die an der Erstellung der Kapelle mitgewirkt haben und gedachte in eingehenden Worten des Spruches „Ava Maria“. Dieser ist in goldenen Buchstaben in Stein gemeißelt und über dem Eingang der Kapelle angebracht.
Pastor Wolter erinnerte auch an die Gefallenen, deren Namen in diesem Gotteshaus auf zwei Marmortafeln verewigt werden sollten.
Nach all den schönen Worten unseres hochwürdigen Seelsorgers, so heißt es in dem Zeitungsbericht, trug der Kirchenchor mehrstimmige Marienlieder vor, die gesondert zu dieser Feier einstudiert worden waren. Nach einem abschließenden Gebet und der Lauretanischen Litanei zog die Bürgerschaft zum Weiterfeiern in die Stadt zurück.
Im Jahre 1974 erfolgte eine weitere Sanierung, auf der Vorderseite der Kapelle wurde ein großes Buntglasfenster mit der Madonna und dem Jesuskind mit einer Traube angebracht.
Seit einigen Jahren kümmert sich der Zeller Fußballfanclub "Bayernoffensive" um den Erhalt der Kapelle. Dazu richten sie vor der Kapelle kleinere Feste aus. Seit dem Jahre 2004 hält Pfarrer Diederichs jedes Jahr um den 2. Juli („Fest Maria Heimsuchung“) hier einen Gottesdienst.
