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Pfarreiengemeinschaft Zeller- Hamm und Projekt 2020

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Was ist das Projekt 2020?

Unter diesem Namen versteht man die strukturellen Veränderungen im Bistum Trier. Es ist das Ergebnis eines langen Beratungsprozesses auf allen Ebenen von den Pfarreien über Dekanate bis zur Bistumsebene. Vorgesehen ist, dass aus den ursprünglichen 951 Pfarreien am Ende ca. 180 pastorale Einheiten, Pfarreiengemeinschaften oder neuformierte große Pfarreien, entstehen. Diese Zahl steht in enger Verbindung zur Zahl der Gemeindepfarrer, die voraussichtlich im Jahr 2020 dem Bistum Trier zur Verfügung stehen werden.

Der Beginn der Umsetztung des Strukturplans 2020 ist jedoch nach einem Dekret des Bischofs für den 1. September 2011 festgelegt worden.

Für unsere Pfarreien heißt dies Folgendes:

Zum 1. September 2011 entstand also durch die Ernennungsurkunde unseres Bischofs Stephan Ackermann aus den jetzigen 10 Pfarreien von Alf, Bullay, Neef und St. Aldegund über Zell, Merl und Kaimt sowie Altlay, Briedel und Pünderich eine Pfarreiengemeinschaft "Zeller-Hamm". Der Pfarrer der neuen Einheit ist Paul Diederichs, stellvertretender Dechant des Dekanates Cochem-Zell. Der Sitz des Pfarrers wird in Zell sein. Ein Teil der Pfarreiengemeinschaft (Alf, Bullay, Neer und St. Aldegund) wird weiterhin vom Pfarrer und Dechant Markus Arndt geleitet. Neben den beiden Pfarrern gehört dem seelsorglichen Team noch der pansionierte Pfarrer Elimar Weibler als Subsidiar, nebenamtlicher Diakon Alfons Friderichs und die beiden Gemeindereferenten Ivo Ivanovic und Markus Alt an.

 

Erste Überlegungen darüber, wie sich die Zusammenarbeit in Zukunft gestalten wird, haben sich die drei Pfarreienräte auf einigen gemeinsamen Sitzungen im Pfarrzentrum Zell schon gemacht. Dabei stellte jede jetzige Pfarreiengemeinschaft (Briedel, Bullay, Zell) drei ihrer Projekte oder Aktivitäten, die gut laufen und von denen die anderen unbedingt wissen sollen vor. So stellten die Pfarreien um Bullay herum zwei wunderschöne Kinderbibeltage vor. In der Pfarreiengemeinschaft Briedel/Pünderich/Altlay haben die "Wort-Gottes-Feiern" eine lange Tradition. Davon können die anderen zwei Pfarreiengemeinschaften profitieren. Die Zeller Pfareien stellten kurz die Aktion im Advent "Macht hoch die Tür" und "Bibellesenacht" am Abend zu Allerheiligen vor. Ebenso informierte das Vorbereitungsteam über den Glaubenskurs "Unterwegs nach Emmaus" nach dem Vallendarer Modell. Ebenso wurde vereinbart, dass man sich bei Feierlichkeiten gegenseitig einlädt.

Eine kleine Vorbereitungsgruppe entwarf auch ein verbindendes Element - ein gemeisames Logo für die künftige große Pfarreiengemeinschaft:

Das Logo zeigt nicht nur den Namen,sondern auch die Symbole

für die Mosel (Fluss und Weinrebe) und den Hunsrück (die Ähre).

Zusammen wachsen sie aus einer Wurzel - Jesus Christus.

 

Ebenso wurde festgelegt, dass es zum Beginn des neuen Kirchenjahres am 27. November 2011 einen gemeinsamen Pfarrboten geben soll. Dieser soll alle 6-8 Wochen erscheinen und über geplante oder schon durchgeführte Aktivitäten infomieren. Außer Informationen soll er die Freude an Gemeischaft und am Glaubensleben unseren Lesern vermitteln. Um die Erstellung des Pfarrboten werden sich sowohl Hauptamtliche wie Ehrenamtliche kümmern.

Die Gottesdienstordnung, die Messintentionen und kurzfristige Einladungen werden aber in Zukunft nur im Verbandsgemeindeblatt unter dem Titel Pfarrbrief wöchentlich zu finden sein.

Die am häufigsten gestellten Fragen zum Projekt 2020 und die Antworten dazu finden Sie auf der Seite des Bistums Trier. Weitere Infos zu unserer und allen anderen neu entstandenen pastoralen Einheiten im Bistum Trier lesen Sie hier.

 

„Zurück zu den Wurzeln“ – Pfarreingemeinschaft Zeller Hamm

Petersberg (Marienburg) war früher Pfarrzentrum im Zeller Hamm

Nach dem „Liber annalium iurium archiepiscopi et ecclesie Treverensis“ (um 1200 entstanden) war Kaimt namensgebender Ort eines kirchlichen Verwaltungsbezirks, der an der Mosel von Ürzig bis Karden, in der Vordereifel bis an die Grenzen von Wittlich und Ulmen, auf dem Hunsrück sogar bis an die Grenzen der Großpfarreien Boppard, St. Goar und Oberwesel reichte und damals insgesamt 68 Orte umfasste.

Die Tatsache erhält noch größere Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass der übergeordnete Verwaltungsbezirk – das Archidiakonat Karden – aus nur drei solcher Dekanate oder Landkapitel Kaimt, Boppard und Ochtendung gebildet wurde und am Rhein bis an die Grenzen der Bistümer Köln und Mainz reichte.

Obwohl das große Dekanat bzw. Landkapitel um 1200 nach Kaimt benannt ist, (hier war bereits im 6. Jahrhundert eine Pfalzkapelle, da sich in der curtis Keymeta ein Pfalzhof befand), denn der ursprüngliche Pfarrsitz zu Beginn des 11. Jahrhunderts war der Petersberg (heute Marienburg) auf einer künstlich planierten Gipfelfläche, die bis auf den heutigen Tag zu Kaimt (jetzt Stadt Zell) gehört. Aus diesem Grund wurde Kaimt Sitz des Landkapitels. Diese Peterskirche (heute Marienburg) kann auf ein hohes Alter zurückblicken, eine spätrömische Bergbefestigung wurde auf dem Berg lokalisiert mit zahlreichen römischen Keramikfunden und ein fränkischer Friedhof am Steilhang auf der Pündericher Seite im vorletzten Jahrhundert entdeckt.

Lehnsherr dieser Kirche auf dem Berge, der heutigen Marienburg, war zu Beginn des 12. Jahrhundert Pfalzgraf Wilhelm vom Rhein. Als dieser am 13.2.1140 kinderlos starb, gelang es Erzbischof Albero in Trier (1132-52), die Kirche für das Erzstift zu gewinnen. Um das Erworbene zu sichern, mussten ein Seelsorger bestellt und die Kirchengüter verwaltet werden. Daher überließ Erzbischof Albero im Jahre 1142 die Kirche und den Pfarrbezirk mit allen Einkünften und seelsorgerischen Rechten dem Augustiner-Chorherren-Stift in Springiersbach. Am 22.2.1143 bestätigte Papst Innozenz II. (1130-43) die Überweisung des ganzen Pfarrbezirks mit den erstmals genannten Filialkirchen in Pünderich, Kaimt, Zell, Corray und Merl (Briedel gehörte kirchlich zum Kloster St. Truiden/Belgien). Am 1.8.1144 folgte zu der inzwischen vollzogenen Verfügung auch die Zustimmung König Konrads III. (1138-52).

Der Trierer Erzbischof hatte die Zuweisung der zentral gelegenen Mutterkirche auf dem Petersberg an die Chorherren von Springiersbach mit der Hoffnung vorgenommen, dass diese hier ein Zentrum für die Seelsorge des ganzen Pfarrbezirkes errichteten. Abt Richard war aber nur an einem Augustinerinnenstift gelegen, welches er 1145 zur Ehre der Springiersbacher Patronin Maria weihte (Marienburg), ihm war daran gelegen die weiblichen und männlichen Ordensleute in den beiden Springiersbacher Klöstern zu trennen. Diese Entwicklung auf dem Petersberg bzw. Marienburg hat Erzbischof Johann (1189-1212) dann dazu bewogen, den Sitz der Pfarrkirche von der Marienburg auf die Anhöhe über Zell (auf das Gelände des heutigen Friedhofs unterhalb des Runden Turmes) zu verlegen, wo offenbar 1142 eine Filialkirche schon bestand. 1193 war der Umzug noch nicht vollzogen, um 1200 wird die Pfarrkirche „St. Peter“ im oben beschriebenen „ Liber annalium iurium “ aufgeführt, die anderen Orte Alf mit Kirche 1128, in St. Aldegund bestand 1097 eine Kirchengemeinde Kurz nach 1127 Rusticus quidam Immo nomine de villa Pundriche. (Ann. d. Hist. Ver. f. d. Nd-Rh. 138). , Briedel mit Kirche 748, Bullay mit Kapelle 1211, Corray 1045, Merl 1045, Neef mit Kapelle 1138, Pünderich 1128, (Altlay wird 1179 erstmalig außerkirchlich aufgeführt).

In Auswirkung der Verlegung des Pfarrsitzes wurde bald auch das Landkapitel bzw. Dekanat Kaimt, spätestens ab 1315 nach Zell benannt und dieses blieb so über 800 Jahre bis zur Franzosenzeit um 1800, diese brachte große Veränderungen für den Umfang und die Organisation des Erzstiftes und seiner Dekanate und Pfarreien.

Der linksrheinische Teil der Erzdiözese wurde am 9.2.1801 im Friedensvertrag von Lunéville an Frankreich abgetreten. Das Erzbistum Trier hörte auf zu bestehen, es hatte weite Gebiete verloren und musste auch auf seinen Rang, als Vorort einer Kirchenprovinz verzichten.

Im Konkordat war außer einer Neuumschreibung der Diözese auch eine solche für die Pfarreien vorgesehen. Alle bisherigen Pfarreien waren am 9.4.1802 durch das Ausführungsdekret aufgehoben worden, und zwar mit Wirkung von dem Tag ab, an dem die Pfarrer der neu zu umschreibenden Pfarreien in diesen die Seelsorge übernehmen würden. Von 1802 bis 1824 gehörten daher sämtliche Pfarreien unseres Raumes zum Bistum Aachen

Die Dekanate wurden jetzt in Kantone eingeteilt: Cochem mit 10 Pfarreien, Kaisersesch mit 7 Pfarreien, Lutzerath mit 9 Pfarreien, Treis mit 10 Pfarreien, Ulmen mit 5 Pfarreien und Zell mit 12 Pfarreien. Forst, Karden Moselkern und Müden gehörten zum Kanton Münstermaifeld und Pünderich zum Kanton Trarbach.

Auf dem Wiener Kongress 1815 werden die Gebiete an Rhein, Mosel und Saar zum größten Teil Preußen zugesprochen. 1824 erhalten sie ihre verwaltungsmäßige kirchliche Neugliederung. Das wieder vergrößerte Bistum Trier erhält seinen heutigen Zuschnitt. 644 Pfarreien werden gezählt, Bischof Josef von Homer (1824-1836) errichtet 26 Dekanate, die mit den Kreisgrenzen korrespondieren. Bei dieser Neueinteilung wurden Cochem mit 35 Pfarreien (Dechant von 1827-1831 Heinrich Brühl, Pfarrer in Cochem) und Zell mit 21 Pfarreien (Dechant von 1827 bis 1835 der in Zell geborene u. verstorbene Ehrendomherr und Pfarrer Johann Adam Schneck) Sitz eines neuen Dekanates.

Im Jahre 1869 erfolgt die völlige Neuumschreibung der Dekanate für die 726 Pfarreien. Sie werden verkleinert und stärker einander angeglichen. Ihre Zahl der Dekanate wird auf 47 erhöht. Bis zum ersten Weltkrieg kommen 9 weitere Dekanate hinzu. Nach dem zweiten Weltkrieg werden 838 Pfarrein gezählt. Entsprechend dem Bevölkerungswachstum steigerte sich diese Zahl noch einmal bis auf 921 Pfarreien im Jahre 1970. Mit dem zweiten Vatikanischen Konzil beginnt ein Veränderungsprozess, der sich bis heute auswirkt.

 

Erstmalig werden die Orte der neuen Pfarreigemeinschaft Zeller Hamm zu folgenden Zeiten erwähnt:

- 816 Alf, nach alten Aufzeichnungen ein Siedlung des Klosters Prüm. (MRR 1, 126).

- Seit 980 gehört das Hofgut Aldegund zur Burg Arras. (HdBT 916).

- 1179 wurde das Hofhaus Alteleie (Altlay) genannt. (Rh. Vbl. XXVI. 137; JHL 17).

- 20.5.748: Nach einer verfälschten Urkunde, deren Inhalt aber durch spätere Zeugnisse gestützt wird, schenkt Bischof Chrodegang von Metz Weingüter im pago Magnise (Mayengau), die villa Pomaria (Pommern), in Bredraculum ( Briedel ) der Abtei Gorze. (Pauly, Kaimt, 116, 137).

- 1150 wird Bullay erstmalig urkundlich als eine reichsunmittelbare Herrschaft im Besitz der Herren v. Arras erwähnt. (KDZ 112).

- 633-46 Corriche. Besitz des Klosters Horrem ( Nonnenkloster zu Trier). Der Name Corray ist nur erwähnt im Moselgau. (MRR I. 30, 32, 124, 384, II. 189, IV 421; MRUB II. XXVIII).

- 1.4.690 Die Äbtissin Adela, eine Tochter des verstorbenen Königs Dagobert; dotiert dem Benediktiner-Nonnenkloster in Pfalzel ihren Anteil an vielen Dörfern u.a. in Caimetae . ( Kaimt ). (MRR 1, 105).

- 720: villa Marle in pago Mosellins ( Merl im Moselgau liegend). (UMT II XXVII.).

- 23.11.875 In einem Diplom regelt König Ludwig der Deutsche, dass dem Metzer Arnulfstifts sein Besitz in Naves ( Neef ) zurückgegeben werden muss. (MRR I. 200).

- Kurz nach 1127 Rusticus quidam Immo nomine de villa Pundriche ( Pünderich ) . (Ann. d. Hist. Ver. f. d. Nd-Rh. 138).

- 26.8.633: Nach einer unechten Urkunde (Fälschung) soll das Kloster St. Irminen in Trier im Hofgut Speia ( Merl-Spay) bereits begütert gewesen sein. (MRR I 30, Tr. Zeitschr. 3, 1928, 145).

- Um 940 ist in einer Urkunde der Reichsabtei St. Maximin vor den Toren Triers ein Tausch von Weinbergen in Kaimt und Zell sowie Hufen (Mansen) in Merl festgehalten. (Gilles, Zell 43/8).

(Die Buchstaben und Zahlen in Klammern sind Abkürzungen

der Urkundenbücheraus denen diese Zeilen entnommen wurden.)

Diakon A. Friderichs

 

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